Beim „Historic Grand Prix Zandvoort“ gewann er jetzt mit seinem 78er March 782-BMW seinen bereits 18. Rennlauf insgesamt, und da gibt es jetzt auch in der Historie der Formel 2 von 1948 bis 1984 kaum noch Rennfahrer, die in dieser Kategorie häufiger gewannen.
Im Qualifying fuhr er „auf Reifen,“ so Wolfgang Kaufmann, „die ich schon in Paul Ricard eingesetzt hatte“ mit 1:39.401 Minuten (Schnitt 154,25 km/h) den dritten Startplatz hinter den beiden Briten James Lay (March 762, 1:37.060) und Mark Charteris (March 782, 1:37.821) heraus. „Im ersten Rennlauf lag ich nach dem Start zunächst in Lauerstellung auf Platz drei“, schildert Kaufmann seine Cockpit-Perspektive. „Lay und Charteris haben es sich ordentlich gegeben, lagen auch öfter nebeneinander oder befanden sich mit zwei Rädern im Dreck neben der Strecke. Irgendwann konnte ich mir James Lay schnappen.“
Es gab dann in den letzten Runden eine Safety Car-Phase, da ein Konkurrent nach einem Dreher fast auf der Strecke stand. „Dabei stand das Safety Car bereits am Ende der Boxengasse, allerdings verschlief der Fahrer lustigerweise die Vorbeifahrt von uns Führenden. Mark und ich fuhren zwar langsamer, aber das Safety Car brauchte eine halbe Runde, bis es ich vor uns setzte, unglaublich...
Kurz vor Fallen der Zielflagge fuhr das Safety Car wieder in die Boxen, wir konnten noch die paar hundert Meter bis zur Zielflagge beschleunigen, aber mir blieb da nur Platz zwei.“
Unterstreichend ergänzt er noch: „Ich hatte im ersten Rennlauf keine Chance zu gewinnen, obwohl ich alles gegeben hatte. Viele Konkurrenten räubern ziemlich hemmungslos über die Curbs. Ich fahre eine sehr saubere Linie und bin dadurch schnell, das Räubern bringt aber sicher noch einmal mindestens eine halbe Sekunde pro Runde.“ In den zweiten Rennlauf startete er aus erster Startreihe. „James Lay ging in Führung, ich lag dahinter, konnte aber anfangs den Speed nicht direkt mitgehen“, berichtet er. „Also legte ich meine Rennstrategie auf die Distanz aus. Lay fiel dann mit Motorproblemen aus, so konnte ich ungehindert gewinnen.“
„Eigentlich mag ich die Rennstrecke von Zandvoort, ich starte hier seit 2019 in der Formel 2 und errang seinerzeit schon einen Podiumsplatz“, resümiert Wolfgang Kaufmann. „Aber die Wertigkeit der seit drei Jahren ,hölzernen' Pokale bei der Siegerehrung ist wirklich unterirdisch. Ganz gleich ob Formel 1, Formel 2, ob Platz eins, zwei oder drei, alle bekommen diese Holzpokale, alle in derselben Größe, unfassbar...“







